Die Normungsroadmap

Günter Hörcher, Leiter des Arbeitskreises Normungsroadmap und Leiter der Forschungsstrategie des Fraunhofer IPA

„ Vor mittlerweile sechs Jahren erlebte die erste Ausgabe der Normungsroadmap Industrie 4.0 ihre Premiere. In dieser Zeitspanne hat sich Industrie 4.0 vom Schlagwort zum praxiserprobten Ansatz entwickelt und beschreibt mittlerweile eine ganz neue Stufe der Produktion sowie der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette. Industrie 4.0 bedeutet technologisch eine Verschmelzung von IT (Information Technology) und OT (Operational Technology).

Dies führt zu einer signifikanten Überschneidung von bislang voneinander getrennten Normungs- und Standardisierungsbereichen. Fragestellungen, Anforderungen und Arbeitsweisen, die zuvor z.B. für die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien relevant waren, betreffen nun in noch stärkerem Maße                                                  auch den Maschinenbau und die Elektroindustrie.

 

Mit der Ausgabe „Version 4“ möchten wir eine Vision für Industrie 4.0 formulieren: das Erreichen der Interoperabilität. Darunter verstehen wir, dass Maschinen in vernetzten digitalen Öko-systemen interoperabel miteinander kommunizieren. Nur ein hohes Maß an Interoperabilität, sichert die Vernetzung über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg. Dazu braucht es Standards und Integration, einen einheitlichen regulatorischen Rahmen sowie dezentrale Systeme und Künstliche Intelligenz.“

(Prof. Dr. Dieter Wegener Vorsitzender SCI 4.0 Beirat DKE Vizepräsident Sprecher ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0)


Fortschrittsbericht 2022 - Umsetzungsstand zur deutschen Normungsroadmap Industrie 4.0


Die Publikationsreihe der Normungsroadmap Industrie 4.0 analysiert strategisch und technisch sowohl die nationale als auch die internationale Normung und Standardisierung im Bereich Industrie 4.0 und spricht Handlungsempfehlungen aus. Unter meiner Leitung hat die Arbeitsgruppe »Normungsroadmap Industrie 4.0« des Standardization Council Industrie 4.0 im Jahr 2020 die vierte Version der deutschen Normungsroadmap Industrie 4.0 erarbeitet. Der vorliegende Fortschrittsbericht bietet nun einen aktuellen Umsetzungsstand zu den darin getroffenen Handlungsempfehlungen.

 Insgesamt 115 Handlungsempfehlungen wurden dabei unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus den relevanten nationalen Normungsgremien hinsichtlich ihrer Umsetzung eingeschätzt und bewertet. Dass wir davon 62 Handlungsempfehlungen als Fortschritt einordnen können, ist ein positives Zwischenfazit Mit unserem Ausblick zum Ende des Fortschrittberichtes bereiten wir uns vor, Projekte wie z. B. den Digitalen Produktpass, das Digitale Typenschild und weitere Anwendungsbeispiele in der Normung für Industrie 4.0 in der kommenden Roadmap zu verorten und zu verankern.

 

Die hier getroffenen Einschätzungen dienen zudem als Orientierung und Kompass für die inhaltliche Richtung der im Jahr 2023 erscheinenden fünften Ausgabe der Normungsroadmap. 

Während die Nachhaltigkeitsaspekte Mensch und Arbeit seit jeher Bestandteile der Normungsroadmap sind, richten wir in der kommenden Ausgabe der Normungsroadmap den Blick verstärkt auf die Aspekte von Transparenz entlang des gesamten Lebenszyklus von Produkten und Informationen zu den eingesetzten Rohstoffen, denen wir schon heute aus der normativen Perspektive Rechnung tragen müssen.

 

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine spannende Lektüre. Wir hoffen, dass unsere Publikationen nicht nur die Normung von Industrie 4.0 vorantreiben, sondern weiterhin als "Türöffner" für die Normung und Standardisierung der digitalen Fertigung verstanden werden.

 

(Olga Meyer, Gruppenleiterin für Interoperabilität für die digitale Produktion am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Vorsitzende des Arbeitskreis Normungsroadmap Industrie 4.0)


 

 

 

 

 

Der Fortschrittsbericht steht ab dem 30.05.2022 hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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Die Normungsroadmap Industrie 4.0 Version 5

Startsignal zur Normungsroadmap Industrie 4.0 Version 5

 

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der vierten Ausgabe der Normungsroadmap hat sich auch auf Normungsebene zu I4.0 einiges getan und es ist an der Zeit, den Umsetzungsstand der ausgesprochenen Handlungsempfehlungen genauer in den Fokus zu nehmen und aufzuzeigen, welche konkreten Umsetzungen und Fortschritte auf normativer Ebenen im Vergleich zu 2020 geschehen sind. Mit dem letzten Treffen des SCI 4.0 - Arbeitskreises Normungsroadmap Industrie 4.0 wurde nun das Startsignal für die Erstellung des Fortschrittsberichts 2022 gegeben, dieser soll die einzelnen Umsetzungsfortschritte zu den Handlungsempfehlungen aufzeigen und zugleich die inhaltliche Richtung für eine kommende Version 5 der NRM I4.0 mit anstoßen. Der Fortschrittsbericht wird zur Hannover Messe 2022 erscheinen und vorgestellt.

 

Die Normungsroadmap Industrie 4.0 wird in ihrer fünften Ausgabe auf Basis neuer Erkenntnisse die existierenden und bevorstehenden Herausforderungen adressieren und in den richtigen normativen Kontext einordnen. Sie wird ein aktuelles Bild der Normungs- und Akteurslandschaft zeichnen, existierende oder mögliche Lücken aufzeigen, sowie entsprechende Handlungsempfehlungen aussprechen. Die Sicherstellung und internationale Koordinierung der Durchgängigkeit eines offenen und globalen Industrie 4.0-Ökosystems sollte nach wie vor das erklärte Ziel sein.

 

In diesem Sinne möchten wir alle Interessierten dazu aufrufen und motivieren, sich aktiv an dem Prozess zur Erstellung der neuen Normungsroadmap Industrie 4.0 zu beteiligen.

 

Unter der Leitung von Olga Meyer, Mitarbeiterin beim Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, erarbeitet der Arbeitskreis 1941.0.1 "Normungsroadmap" derzeit die fünfte Version der Normungsroadmap .

 


Die Normungsroadmap Industrie 4.0-Version 4

"Die Normungsroadmap Industrie 4.0 ist ein strategisch und technisch orientiertes Dokument, das sich auf die nationale Normung konzentriert. Mit der vierten Ausgabe wollen wir wichtige Grundlagen für die Gestaltung des digitalen Ökosystems und die Unterstützung der Interoperabilität in der vernetzten Produktionswelt schaffen. 

Das Dokument hat eine sehr konkrete Motivation, nämlich umsetzbare Handlungsempfehlungen zu entwickeln und aufzugreifen und alle am Prozess Industrie 4.0 interessierten Akteure in Deutschland einzubinden. 

Am Ende des Prozesses geht es darum, digitale Produktionsstandards zu initiieren und zunächst national und dann international zu koordinieren. Wir erwarten, dass sie nicht nur  die Vision von Industrie 4.0 vorantreibt, sondern auch den Mittelstand unterstützt und als "Türöffner" für die digitale Fertigung fungiert. "

(Olga Meyer, Fraunhofer IPA und Arbeitskreisvorsitzende des AK Normungsroadmap)

Unter der Leitung von Olga Meyer, Mitarbeiterin beim Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, hat der Arbeitskreis 1941.0.1 "Normungsroadmap" die vierte Version der Normungsroadmap erarbeitet.

Folgende Personen haben daran mitgewirkt:  


Coverbild der Deutschen Normungsroadmap Industrie 4.0-Version 4
Download
Deutsche Normungsroadmap Industrie 4.0 - Version 4 - Deutsch
Deutsche_Normungsroadmap_I40_V4_DE.pdf
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Deutsche Normungsroadmap Industrie 4.0 - Version 4 - Englisch
Standardization_Roadmap_I40_Ed4_ENG_.pdf
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Download
Deutsche Normungsroadmap Industrie 4.0 - Version 4 - Japanisch
Standardization_Roadmap_Industrie_4.0_Ed
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